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„Lebensmittelplagiate“

 

Hier finden Sie Informationen zu Lebensmittelplagiaten:

 

Ihr Fleischer – das Original

Um es vorweg zu nehmen: Unsere Kritik richtet sich nicht allgemein gegen industrielle Produktion. Viele arbeiten sauber und sorgfältig. Unsere Kritik richtet sich gegen diejenigen, die den Verbraucher bewusst oder unbewusst täuschen, und das in Größenordnungen. Dabei wären die Tricks dieser Firmen schon bewundernswert, würden sie sich nicht dreist gegen das Wohl des Verbrauchers richten.

Jüngste Untersuchungen der Verbraucherzentralen haben gezeigt, dass in vielen Produkten nicht das beinhaltet ist, was der Name oder die Aufmachung suggeriert.

Diese Verbrauchertäuschung ist nicht zu akzeptieren. Die meisten Produkte sind nicht gesundheitsschädlich, wenn man aber weiß, was dahinter steht, muss man schon sehr nachdenklich werden.

Analog- oder Kunstkäse

Als Analogkäse - auch Kunstkäse oder Käseersatz genannt, werden Käseimitate bezeichnet, die ganz ohne Milch oder nur zu einem Anteil aus Milch oder Milchprodukten bestehen. Das Milchfett wird dabei durch andere tierische oder pflanzliche Fette ersetzt, teilweise gilt das auch für Milcheiweiß.

Der Formschinken

Der Formschinken - auch Schinkenersatzprodukt oder Schinkenimitat genannt - besteht aus zerkleinertem Fleisch und Fleischresten. (Oftmals wird darunter zum Teil auch sogenanntes Separatorenfleisch verwendet) Diese werden mit Bindegewebe, Dickungsmitteln, Bindemitteln, weiteren Zusatzstoffen und Wasser zu einem Teig verarbeitet und schließlich zu einer schnittfesten, wurstartigen Masse gegart. Das Formfleisch findet sich dann nicht nur auf Pizza oder in Fertiggerichten, sondern auch auf Ihrem Frühstücksbrötchen wieder.

Was ist Separatorenfleisch?

Spätestens mit der sog. BSE-Krise wurde der Begriff bekannt. Separatorenfleisch ist Restfleisch, das maschinell von Tierknochen abgelöst wird. Die Knochenreste werden durch große Zylinder gepresst, in denen das Restfleisch abgelöst (separiert) und unter dem Zylinder aufgefangen wird. Alternativ kann das Restfleisch auch mit rotierenden Bürsten vom Knochen abgelöst werden. Aus Separatorenfleisch lassen sich dann kostengünstig Formfleisch, Grillwürstchen, Bouletten und Tiernahrung herstellen. Seperatorenfleisch muss in der Zutantenliste aufgeführt sein.

Weitere Plagiate

Alles was in der Lebensmittelbranche mit dem Wort „Form“ beginnt, sollte zumindest kritisch betrachtet werden. Doch die Produzenten sind pfiffig. So wird das Hähnchenschnitzel nun als Hähnchenschnitte benannt, was manchem gar nicht auffällt. Und eine Schnitte ist nun mal kein Schnitzel, rechtfertigen sich die Hersteller. Der Spiegel berichtete, das der Anbieter der "Hähnchenschnitten Wiener Art", einem Verschnitt aus kleinen Stücken von Hähnchen- und Putenfleisch, schon den Namen seines Produkts für selbsterklärend hielt: "Ein Schnittchen ist kein Schnitzel, insofern weiß der Kunde, was er kauft." Im Übrigen sei es die freie Entscheidung des Verbrauchers, zum ebenfalls angebotenen teureren "Schnitzel" zu greifen. Weil der deutsche Kunde aber sehr „preisbewusst“ sei, würden diese Lebensmitteln angeboten. Diese Sichtweise beschreibt zwar relativ richtig die Marktsituation, ist aber insgesamt gesehen höchst bedenklich.

Die Bio-Vollkorntoast-Brötchen eines großen Discounters bestehen nur zu 60 % aus Vollkornmehl, obwohl die Leitsätze für Brot und Kleingebäck 90 % vorschreiben. Gestreckt wird hier mit Weizenmehl, damit es nicht auffällt, wird mit Gerstenmalzsirup gefärbt.

Anstelle einer Surimi-Garnele erhält der Kunde im Handel unter Umständen gepresstes Fischeiweiß in Garnelenform. Damit entwickelt sich ein Preiskampf nach unten, der sogar die gesamte Volkswirtschaft gefährden kann, ganz zu schweigen vom immensen Qualitätsverlust. Und dagegen wehren wir uns.

Was wird dagegen getan?

Die Politik tut sich immer schwer, besonders wenn es um größere Industriezweige geht, deutliche Signale zu setzen.

Die Auflagen im Hygienebereich für unsere Fleischerfachgeschäfte sind enorm. Wir halten es aber auch für wichtig, dass sorgfältig und genau hingesehen wird, wenn es um die Gesundheit unserer Kunden geht. Das muss man aber mit zwei Augen tun, denn wenn man bewusst auf einem Auge blind ist, wird man eine Verbesserung der Situation nicht erreichen.

Bislang hat man sich leider nur auf die „Beobachtung“ der Vorgänge beschränkt. So wird berichtet, dass in vielen Behörden seit Jahren Beispiele für Schinkenimitate gesammelt werden. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit stellt hier fest, dass seit 1993 der Fleischanteil in diesen Produkten von rund 82 Prozent auf teilweise unter 50 Prozent in den vergangenen Jahren gesunken ist. Im Jahr 2007 war ein „Schinken“ gefunden worden, der nur noch einen Fleischanteil von 38 Prozent aufwies. In den Berichten steht: "Die Erzeugnisse weisen im Vergleich zu Schinken und Vorderschinken eine gummiartige, elastische Konsistenz auf. Sie unterscheiden sich aber nicht nur hinsichtlich ihres Aussehens, sondern auch hinsichtlich ihres Geruchs und Geschmacks deutlich von den Produkten, die sie ersetzen sollen." – Wo bei der sonstigen Produktpiraterie mit drastischen Strafen und öffentlicher Plagiatvernichtung regiert wird, passiert andererseits in dem sensiblen Bereich der Volksgesundheit wenig. 

 

Verlassen wir uns nicht auf die Politik oder zukünftiges Verwaltungshandeln, verlassen Sie sich auf uns, den Fleischerfachbetrieb. Wir garantieren Ihnen handwerkliche Qualität.


Das Original erkennen Sie an der roten F-Marke ihres Fleischer-Innungsbetriebes.